Der gefährliche Außenseiter: KMF Proekt (UEFA-Rangliste Platz 42)
Die Liga
18 Spiele – 18 Siege: Der nordmazedonische Meister ist in der aus 10 Teams bestehenden heimischen Liga souverän über die gegnerische Konkurrenz hinweggefegt. Dabei erzielten die Nordmazedonier im Schnitt fast neun Tore pro Partie – bei weniger als zwei Gegentreffern. Zum Vergleich: Der mazedonische Vizemeister Kegi-Mobi erzielte insgesamt 84 Tore weniger, kassierte 29 Treffer mehr und schloss die Meisterschaft mit 21 Punkten Rückstand ab. Dennoch kommt die Dominanz durchaus überraschend: Es war erst der zweite Meistertitel für das Team aus der Ortschaft Josifovo nach der Saison 2021/22. Mit dem zusätzlichen Cupsieg feierte der Verein in dieser Spielzeit zudem das erste Double der Vereinsgeschichte.
Internationale Auftritte
Nachdem der Verein 2021/22 erstmalig den Meisterteller in die Höhe stemmen durfte, empfing man als Gastgeber den israelischen, walisischen und maltesischen Meister – eine Auslosung, die durchaus leise Hoffnungen auf den Aufstieg weckte. Nach einem klaren 6:0 über Dolphins Ashdod und einem noch deutlicheren 8:1 gegen die Cefn Druids setzte es im Entscheidungsspiel jedoch eine klare 0:5-Niederlage gegen Luxol St. Andrews.
Dass sich der nordmazedonische Futsal inzwischen weiterentwickelt hat, zeigt der Auftritt von Vorjahresmeister FC FORCA, der seine letztjährige Vorrunde als Gruppenerster abschloss. In der anschließenden Hauptrunde hatten die Nordmazedonier allerdings nichts mehr zu melden: Im direkten Duell gegen den neuen und alten Gruppengegner FC Vrhnika verlor der Ligarivale, der die heimische Saison diesmal auf Rang 3 beendete, knapp mit 2:4.
Der Kader
Wirft man einen Blick auf den Kader von KMF Proekt, lohnt unweigerlich der Quervergleich zur nordmazedonischen Nationalmannschaft: Zahlreiche Akteure des Vereins tragen auch das Nationaltrikot. Das beginnt beim Keeper Antonio Petrovski, der zur neuen Saison durch die Verpflichtung von Nordmazedoniens zweitem Nationaltorwart Ivan Stojanovski ergänzt wird. Mit Mario Blagojevski steht zudem eine der torgefährlichsten Offensivkräfte des Landes im Kader. Dazu werden Spieler wie Bojan Janev, Gjorgi Kočeski oder Nikola Ančevski regelmäßig für die Auswahl nominiert.
Diese schlug sich in der letzten WM-Qualifikation übrigens hervorragend und zog mit drei Siegen gegen EM-Teilnehmer Litauen, die Türkei und Bulgarien in die nächste Runde ein. Zudem gab es im Februar zwei freundschaftliche Länderspiele gegen Österreich, die die Nordmazedonier mit 4:2 und 5:3 für sich entscheiden konnten. Fun Fact: Als einziger Proekt-Akteur traf ausgerechnet Torhüter Petrovski gegen Rot-Weiß-Rot!
Fazit
Der gefährliche Außenseiter in der Gruppe setzt voll auf heimische Power, die im internationalen Vergleich gut, aber klar hinter dem slowenischen Futsal-Standard einzuordnen ist. Allerdings verfügt Proekt über eine eingespielte und erfahrene Truppe, die sicherlich nicht nach Graz reisen wird, um die Punkte leichtfertig herzuschenken. Sollten sich Favorit Vrhnika und Gastgeber AFC Graz zu sehr auf ein vermeintliches „Endspiel“ am dritten Spieltag konzentrieren, könnte KMF Proekt der lachende Dritte sein.

