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#UCLFutsal: Sensationelle Fortuna-Vorstellung

Sensationelle Fortuna Wr. Neustadt

Der 24.08.2022 – ein Tag zum Anstreichen für die Fortuna-Historie. Pünktlich um 20:30 Uhr Ortszeit pfeift Schiedsrichter Arttu Kyynaeraeinen die erste Partie des frischgebackenen österreichischen Meisters gegen den schottischen Vertreter PFY Saltires an. Vor einer grandiosen Kulisse von knapp 1.000 Zusehern fighten die Highlander tapfer gegen sichtbar nervöse Neustädter. Die Schotten suchen ihr Heil in der Defensive. Nach ein paar Schreckmomenten und zum Glück schlecht ausgespielten Kontern der Saltires fungiert Mirza Jatic als Dosenöffner, das 1:0 beflügelt sichtbar.

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Während der erste Block rund um die Nationalspieler Binder, Jatic, Meitz und Hatzl sichtbar bleierne Füße aufweist, spielt die neuformierte Formation mit den Neuzugängen Radmilovic und Lineker gemeinsam mit Borges und Milenkovic überraschend homogen – ergänzt werden die Blöcke durch den auffallend agilen Bajrami. Die Tore macht aber trotzdem die „Einser-Garnitur“. Nach dem Führungstor von Jatic ist es Goalgetter Marco Meitz, der zeigt, dass er im Turnier angekommen ist.

Im zweiten Durchgang bringt eine einstudierte, doch eher simple Corner-Variante das 1:2, der Torschütze Scott Smith hat sich das Tor mit einem starken Auftritt auch tatsächlich verdient. Zum Glück lässt sich die Fortuna nur kurzzeitig aus der Contenance bringen. Der das ganze Turnier sensationell agierende Anel Radmilovic zimmert den Ball humorlos zum 3:1 in die Maschen. Jetzt folgt die beste Phase der Fortuna. Auch der erste Block kommt ein wenig besser ins Spiel. Meitz dankt es mit zwei weiteren Toren. Eines unkonventionell aber gerade deshalb sehenswert mit der Brust erzielt.

Video vom Spiel Fortuna – Saltires

Da auch der dänische Vertreter Gentofte doch etwas überraschend klar mit 10:4 gegen Bulgariens schwächelnden Meister Northwest gewinnt, scheint bereits alles auf ein Finale zwischen dem Gastgeber und den Dänen hinzudeuten.

Das bestätigt sich am Donnerstag – wenngleich die Dänen sich gegen das schottische Abwehrbollwerk sehr schwer tun, schlussendlich nur remisieren. Dass die Schotten den Schongang einlegen und einige Spieler schonen, wird sich am Samstag noch auswirken, leider negativ aus Sicht der Fortuna.

Diese schmeißt vor rund wiederum 600 Fans alles rein gegen aufgeheizte Bulgaren, die aus der ersten Partie noch etwas gut machen wollen. Dies zeigt sich vor allem zu Beginn, nach sieben Minuten zählen die Amigos bereits fünf Fouls. Die trägen Gäste können sich gegen die wendigen Neustädter meist nur mit unfairen Attacken wehren. Nachdem abermals Radmilovic einen wichtigen Treffer erzielt, das 1:0 markiert, wird Meitz in Minute sieben aus dem Strafraum bugsiert, Bajrami verwertet den fälligen Strafstoß mit etwas Glück zum 2:0. Das sechste Foul in Minute acht führt zum ersten 10-Meter des Turniers, Marco Meitz lässt sich die Chance auf seinen vierten Turniertreffer nicht entgehen.

Ein paar leichtsinnige und eher unnötige Fouls auf Seiten der Fortuna führt ebenfalls zu einem 10-Meter für die Gäste, doch Dobrichov kann das Geschenk nicht annehmen. Im zweiten Durchgang klingelt es kurz nach Wiederbeginn erneut im bulgarischen Kasten, Ricardo Lineker trifft den Northwest-Keeper an der Ferse, der Ball kullert so zum 4:0 ins Tor. Jetzt wirkt die Fortuna gelöster, das wunderschöne Premierentor von Manuel Leeb, der im zweiten Spiel insgesamt zu mehr Spielzeit kommt, sowie ein weiteres Tor von Kapitän Meitz besiegeln den nächsten deutlichen Sieg. Da kann auch der Ehrentreffer von Velchev die Stimmung nicht mehr trüben. Einziger Wehrmutstropfen: Ricardo Lineker verletzt sich und ist mehr als fragwürdig für das finale Match am Samstag.

Video vom Spiel Fortuna – Amigo Northwest

Samstag ist Finaltag. Wie von vielen erhofft und von den Futsal-Experten und Expertinnen in Österreich erwartet, trifft der österreichische Meister Fortuna auf den dänischen Europa-Cup Routinier Gentofte. Abermals 800 – 1.000 Zuseher wollen sich das Match um den Aufstieg in der mehr als Champions League-tauglichen Halle nicht entgehen lassen. Die Spannung ist zum Bersten, was anscheinend auch dazu führt, dass auch die Soundanlage zwischenzeitlich den Geist aufgibt. Der DJ muss allerdings auch nicht mehr viel beitragen zu einer ohnehin schon aufgeheizten Stimmung.

Diese überträgt sich zunächst auf das Spielfeld: harte Attacken auf beiden Seiten zerstören den Spielfluss nachhaltig. Gentofte wirkt zunächst klarer, kommt auch zu einigen Gelegenheiten, die Fortuna gelangt nur sporadisch zu Abschlussmöglichkeiten. Ein wenig gegen den Spielfluss trifft der überragende Radmilovic per Abstauber zum 1:0 für den Gastgeber, unter großem Jubel des Heimpublikums.

Gentofte blieb gefährlich, Wiener Neustadt zollte der nicklichen Spielweise zu Beginn Tribut, Gentoft ermöglichten sich gleich zwei Möglichkeiten, vom 10-Meter erfolgreich zu sein. Den ersten davon hielt Keeper Hemmelmayer, der bis dahin ein herausragendes Turnier gespielt hat, bravourös, beim zweiten 10er versagten Jörgensen schlichtweg die Nerven. So ging es mit einem hart erkämpften und erzitterten 1:0 in die Pause.

Die Dänen kamen etwas frischer aus der Kabine – bei der Fortuna merkte man doch ein wenig den Substanzverlust. Bitter auch das Fehlen von Linksfuß Bajrami, der vom Fußballtrainer nicht frei bekam, sowie der Ausfall von Brasilo Lineker, der wenngleich er bislang wenig Torgefahr ausgestrahlt hatte, zumindest allein aufgrund seiner körperlichen Präsenz für einige Ruhemomente hätte sorgen können.

So kam es wie es kommen musste – Oscar „Merling“ Hansen nutzte einen Fehler im Aufbau eiskalt zum 1:1 Ausgleich. Jetzt eröffnete sich den Zusehern ein offener Schlagabtausch. Beide Teams gingen zwar weiterhin hart, aber weit nicht so ruppig wie in Halbzeit 1 zu Werke. In der 29. Minute konnten sich die Gastgeber wieder belohnen. Radmilovic spielt mit seinem ersten Kontakt seine ganze Klasse aus, düpiert zwei Gegenspieler und legt den Ball perfekt in die kurze Ecke! In der 33. Minute scheint die Partie gegessen, abermals trifft Radmilovic nach einem Leeb-Corner, der Keeper sieht auf dem kurzen Eck nicht gut aus.

Mitten in den Jubel hinein folgt die Ernüchterung. Gentofte, bislang erfolglos im Flying-Keeper-Spiel, nützt eine Unachtsamkeit in der Abwehr, und ausgerechnet der aufgerückte Flying Louis Veis überzuckert die Aktion am Schnellsten, trifft zum 2:3 Anschluss- nur 40 Sekunden nach dem Fortuna-Treffer. Jetzt ziehen die Gäste an, lassen Ball und Gegner laufen, treffen in der 36. abermals im Flying-Spiel.

Die Dänen trennt also nur noch ein Tor vom Aufstieg, und in Minute 39 geht die Tür zur Zwischenrunde weit auf für die Nordmänner. Ein Angriff der Dänen nebst Stangenschuss führt zu einiger Konfusion im Strafraum, Hemmelmayer kann sich nicht mehr rechtzeitig orientieren und Rasmussen klopft das Leder über die Linie.

Video vom Spiel Fortuna – Gentofte

Am Ende reicht es nicht mehr zum Sieg, der dänische Keeper Andersen lenkt den letzten Schuss von Radmilovic mit viel Glück am Tor vorbei. Damit endet eine spannende Partie, leider zum Nachteil des österreichischen Meisters.

Dieser braucht sich nicht zu verstecken – der gesamten Ausrichtung des Events gehört größter Respekt gezollt. Auch wenn es noch utopisch scheint – so soll, so muss der Futsal in Zukunft aussehen. Natürlich kann man nicht erwarten, dass jeder Verein Cheerleader, einen aufgeklebten Mittelkreis oder einen VIP-Bereich aufbietet, aber es zeigt, dass sich die Vereine anstrengen müssen, um die geeigneten Rahmenbedingungen zu schaffen, um die Leute in die Halle zu locken.

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