Futsal-Blog.at hat Aleksandar Ristovski, den Trainer von Stella Rossa tipp3 zum Abschneiden bei der Qualifikationsrunde zum UEFA Futsal Cup interviewt. Auch beim fünften Versuch ist es den Wiener nicht gelungen in die Hauptrunde aufzusteigen.
Aleksandar Ristovski (Stella Rossa tipp3)

Wir haben sportlich das Maximum herausgeholt, das für uns möglich war. Dass wir auch beim fünften Anlauf wieder nicht aufgestiegen sind, ist auf der anderen Seite schon ein bisschen enttäuschend. Aber die Franzosen waren einfach um den Tick besser. Ich kann der Mannschaft nichts vorwerfen. Nach Anfangsschwierigkeiten im ersten Spiel haben wir die Spiele gegen die Meister aus der Türkei und Litauen geschlagen und uns ein echtes Finale im letzten Spiel erarbeitet. Gegen KB United haben wir 30 Minuten ein 0:0 gehalten und das, obwohl uns fünf Spieler gefehlt haben. Das Tempo war enorm hoch und wir haben im Gegensatz zu den Franzosen einen Sieg benötigt.
Wie beurteilst du den Unterschied zu den Franzosen?

Der französische Meister erreicht regelmäßig die Hauptrunde des UEFA Futsal Cup. Die spielen nur Futsal und trainieren das 3-4 Mal pro Woche. Sie sind zwar keine Profis, aber eben reine Futsal-Spieler. Bei uns ist in diesem Bewerb nicht nur das Problem der Umstellung von Fußball auf Futsal – mitten in der 11er-Fußball-Saison. Im UEFA Futsal Cup muss ich 25 Spieler nominieren und ein paar Tage vor der Preliminary Round auf 14 Spieler eingrenzen. Andere als diese 14 Spieler dürfen nicht eingesetzt werden. Am letzten Spieltag gegen die Franzosen hatte ich dann noch 8 Feldspieler und 2 Torhüter, da einige Spieler am Freitag von ihren Vereinen keine Freigabe erhalten haben.
Wie zufrieden bist du mit dem Umfeld in diesem Jahr?

Die Zuschauer waren ein Hit. Am letzten Spieltag haben wir erstmals die 2. Tribüne in der Hollgasse öffnen müssen und wir hatten mit 600 Zuschauern ein komplett volles Haus. Ich glaube, so viele Zuschauer hat es in Österreich bei bisher keinem einzigen Spiel gegeben. Darüber hinaus gab es Berichterstattung von TV-, Internet- und Printmedien wie ORF, ostliga.tv, komso.tv und diversen Zeitungen.
Wie schätzt du im Vergleich die anderen deutschsprachigen Meister ein?

Die Hamburg Panthers haben eine super Auslosung erwischt. Ich gratuliere ihnen zum Aufstieg. Grundsätzlich glaube ich, dass die Franzosen einer der stärksten Gegner im UEFA-Topf waren, sicher zusammen mit dem italienischen, kroatischen und bosnischen Meister. Die Italiener sind sowieso nur wegen der seltsamen Arithmetik der UEFA in der Preliminary Round. Ich habe die Panthers schon mehrfach gesehen und würde uns stärker als die Deutschen einschätzen. Die Schweizer, die beide Gruppenspiele verloren haben, noch einmal dahinter.
Wäre ein Auswärtsturnier vielleicht ein Vorteil?

Nein. Zum jetzigen Zeitpunkt auf gar keinen Fall. Dann wäre kein einziger 11er-Fußballer dabei. Das wäre undenkbar. Da müssten wir wirklich dieses Niveau mit reinen Futsal-Spielern erreichen und das würde ein Jahresbudget von zumindest 60.000 – 70.000 Euro bedeuten, also die vom Finanzamt zulässigen 540,- pro Monat und Spieler.

